Wenn wir auf die durch uns Menschen bewirkten Veränderungen in der Natur bis in den Weltraum hineinschauen, dann drängt sich von selbst die Frage nach der Stellung des Menschen im Kosmos auf. Das ist eine philosophische Frage, zu der die Naturwissenschaft nichts beitragen kann bzw., wenn sie das tut und ihre empirischen Erfahrungen und theoretischen Erkenntnisse verallgemeinert und daraus ein Weltbild schafft, wird sie selbst zur Philosophie.

Das Selbstverständnis des Menschen war schon immer philosophisch, und zwar selbst dann, wenn über Glaubenswahrheiten nachgedacht wurde, denn auch Glaubensvorstellungen müssen verstanden werden. Mit dem Denken aber radikal ernst machten erst die griechischen Philosophen, die sich anschickten, die Wahrheit des Kosmos durch das Denken zu erschließen.

Philosophie war auch die Mutter aller Wissenschaft und aus der Philosophie gewannen die Menschen ihre Leitbilder für ihr Handeln. Nun haben sich im Laufe der Jahrtausende die Intentionen der Menschen geändert. Entsprechend gibt es eine Fülle verschiedener Philosophien. Seitdem der europäische Mensch aber sein Denken entwickelt hatte und den Blick auf die materielle Welt zurückwandte, um diese zu beherrschen und zu bearbeiten, dient die traditionelle Philosophie nur noch der Bildung, der Denkschulung und der geistigen Erbauung. Das praktische Leben wird heute von der Wissenschaft gestaltet, die sich von der Philosophie abgewandt hat und deswegen ihr Handeln immer weniger reflektiert.

Diese Reflexion ist aber notwendig, wenn unser Handeln die Erfordernisse des Kosmos berücksichtigen will, weil sonst der Kosmos zurückschlägt. Ausgehend von den Thesen der neueren Anthropologen Max Scheler, Helmut Plessner und Arnold Gehlen, wird versucht, die Stellung des Menschen im Kosmos zu bestimmen.

In einem zweiten Teil wird herausgearbeitet, wie traditionelle Philosophie zur Handlungsphilosophie werden muss.

Um die Überwindung des Naturalismus ging es auch in der Tagung <Naturalismus und Menschenbild> der Deutschen Gesellschaft für Philosophie vom 28. und 29. September 2006 in Marburg, deren Beiträge von Peter Janich im Felix Meiner Verlag veröffentlicht wurden und in einem dritten Teil aus handlungsphilosophischer Sicht kommentiert werden.