Was tun?

Zunehmende politische und militärische Konflikte mit steigenden Zerstörungen, Gewaltakten und Fluchtbewegungen erschüttern die Welt. Ursachen sind zwar auch nationalistische und religiöse Spannungen und Umweltkatastrophen. Sie werden aber zusätzlich gefördert durch wachsende wirtschaftlich bedingte gesellschaftliche Spannungen, Not und Arbeitslosigkeit.

Zudem befindet sich die Weltwirtschaft in einer latenten globalen Krise, bei der schon die Zahlungsunfähigkeit eines kleinen Landes wie Griechenland, die Erhöhung der Zinsen in Amerika oder die Verringerung der Wachstumsraten in China Wirtschaftskrisen auslösen können. Die größten Gefahren für die Weltwirtschaft drohen aus den traditionellen Industrieländern, die sich in einer säkularen Stagnation befinden, weil das volkswirtschaftliche Sparvolumen, nicht zuletzt wegen der ungleichen Vermögens- und Einkommensverteilung , die volkwirtschaftlichen Investitionsmöglichkeiten weit überwiegt. Deswegen tendiert der Preis für die Aufnahme von Kapital gegen Null.

Das bisherige Mittel, fehlende volkswirtschaftliche Nachfrage durch schuldenfinanzierte Staatsausgaben zu ersetzen, stößt wegen der hohen öffentlichen Schuldenlast immer mehr an seine Grenzen und wurde deswegen in Europa durch sogenannte Schuldenbremsen eingeschränkt, wodurch die Stagnation sich verschärfte. Als einzig wirksames Mittel, den Ausbruch von Wirtschaftskrisen zu verhindern, verbleibt die Flutung der Volkswirtschaften mit riesigen Geldmengen, um das Zinsniveau bis zu Negativzinsen noch weiter zu senken, und dadurch zu versuchen, Investitionen anzuregen und Spekulationen gegen Staaten zu bekämpfen.

Diese Geldflutung verstößt gegen mehrere wirtschaftspolitische Maximen und müsste nach der klassischen kapitalistischen Wirtschaftstheorie eigentlich Inflationen auslösen. Dass sie trotz unvorstellbarer zusätzlicher Geldmengen keine Inflation bewirkt, zeigt, dass die bisherige angebotsorientierte Wirtschaftspolitik die Wirtschaft nicht mehr versteht. Was kann man in dieser Situation tun?

Es bedarf einer dogmenfreien Analyse der wirtschaftlichen Probleme und des Phänomens der Säkularen Stagnation und der Entwicklung neuer wirtschaftspolitischer Instrumente. Dazu einen Beitrag zu leisten, wurden die vorgestellten Bücher geschrieben.

Wirtschaftstheorie ist Handlungsphilosophie, der ein bestimmtes Menschenbild zugrunde liegt, und dieses Menschenbild basiert auf dem europäisch-westlichen Selbstverständnis. Das Scheitern der Wirtschaftspolitik ist somit auch ein Scheitern des Menschenbildes vom „homo oeconomicus“ und den postulierten zwischenmenschlichen Wirtschaftsbeziehungen. Es zeigt die Grenzen des westlichen Selbstverständnisses und des daraus abgeleiteten Handeln und arrogantes Verhalten und ein unzureichendes Verständnis für Kulturen, Religionen und die geistige Entwicklung der Menschheit.

Einer Vertiefung des Selbstverständnisses der Menschen und der gängigen Handlungsphilosophie dienen die vorgestellten anthropologisch philosophischen Bücher.